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Lore
Gefängnis zerbröckelter Formen
Die jene, die in einem Käfig aus Verzweiflung und egozentrischem Verlangen gefangen sind.
Bael betrachtet das Spiegelbild auf seinem Helm, doch er sieht darin nur ein ihm fremdes Gesicht. Mit seinen eingefallenen Wangen und dem fehlenden Auge erkennt er sich selbst kaum wieder. Seine Nase wird immer dunkler. Nach und nach breiten sich schmerzende Blasen aus, als hätte er Erfrierungen erlitten.
Der Helm zittert in seiner Hand. Bael denkt an den Duft von Sauerteigbrot, das in einem Gusseisentopf im Ofen backt. Während er umarmt wird, steigt ihm der Duft von Lavendelseife in die Nase. Eingewickelt in eine warme Decke wird er vom vertrauten Geruch weißer Baumwolle in einen ruhigen Schlaf gewiegt.
Diese Erinnerungen lassen ihn schwindelig werden. Bael versucht, sich zu beruhigen und umklammert seinen Helm. Als er das vertraute Auge bemerkt, das ihn anstarrt, wird sein Gesicht blass und er spürt, wie ihm die Tränen kommen. Er ist jetzt allein.
Er schnalzt genervt mit der Zunge. Wieso fühlt er sich so verletzlich? Eine Nase ist schließlich nutzlos. Und Bael war damals in seiner Kindheit zwar abhängig, aber das ist lange her.
Er beißt die Zähne zusammen. Der stechende Schmerz in seiner Nase lässt endlich nach, und die Stelle wird taub. Es ist Zeit. Der Dredgen ist es leid, dass der Tod ihn daran hindert, sein wahres Potenzial zu entfalten. Er wird diese Erinnerungen loswerden – ein für alle Mal.
Bael fasst sich ans Gesicht. Er hält die Nasenwurzel seines toten Nasenbeins zwischen Daumen und Zeigefinger.
KNACK!
Mit einem schnellen Ruck reißt Bael sich die Nase vom Gesicht. Sie fällt mit einem leisen, dumpfen Geräusch zu Boden. Sofort fangen seine Handflächen an zu schwitzen, seine Augen tränen und seine Kehle brennt vor Galle.
Bael lächelt verängstigt, aber dennoch zufrieden.