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Lore
Maske des Gequälten
– Mit einem Messer in der Hand und Gewalt im Herzen wird ein Angebot gemacht und abgelehnt –
Resonante Erinnerungen säumen das Material dieser Rüstung. Tief in den Falten des geschmiedeten Schutzes ist der enthäutete Ursprung der Gräuel eingebrannt.
In den Schichten der Erinnerung und Erfahrung im Bleichen Herzen leben Momente, die vor langer Zeit begraben wurden und nun im Licht des Reisenden zum Vorschein kommen; eingebrannt in die Überreste der Gräuel, die sich an eine schwindende Form klammern. Vermitteltes Wissen, durch die Augen des Feindes, auf der Suche nach Erlösung.
***
Das Bleiche Herz liegt offen da, eine schimmernde, eckige Träne, die Farbe in den angrenzenden Himmel spuckt und langsam von einem quellenden Miasma des Bewusstseins verdunkelt wird. Der Zeuge betrachtet sein Ziel, die Nähe, die Unklarheit.
Hier, im Inneren des Reisenden, liegt eine Ebene ungeahnter Formen. Potenzial. Ungeschliffen. Roh. Fest umklammert von den Schuldlosen, die unbekümmert Rücksichtslosigkeit säen. Der Zeuge würde dieses Potenzial dem Gärtner entreißen und seinen Trog wegwerfen, um ihn durch eine eifrige Klinge zu ersetzen. Mit dieser Klinge würde er seinem Unterdrücker das Licht entreißen, wenn er sich weigert, seine Logik anzunehmen.
„Wir sind allein.“ Er landet auf dem Boden. Die kahle Ebene des Bleichen Herzens beginnt, sich zu winden, während sich der neu interpretierte Raum des Zeugen in alle Richtungen ausbreitet. Berge brechen aus flachen, farblosen Oberflächen hervor und ein Nebelschleier umhüllt die immer dunkler werdende Erde.
„Wir sind gekommen, um das einzufordern, was du uns – und allem Leben – vorenthalten hast. Aber diese Forderung muss nicht aus dir herausgeschnitten werden. Nimm deine Verantwortung an. Überlasse dein Licht seiner wahren Bestimmung. Beende unseren Kampf.“
Der Zeuge hält inne und wartet auf die Antwort, während er in der Sanftheit der Abwesenheit lauscht.
Tröpfchen der Verdichtung || Ich fließe über jedes Leben hinaus. Alles Leben. || sickern durch die Risse unter dem aufrechten Gang des Zeugen.
„Resistenz? Dann kommt das Messer.“ Er stößt eine Hand nach unten in Richtung Boden. „Das Opfer deines Fleisches ermöglicht die Erlösung. Wir können die Form in der Dunkelheit sehen, aber dein Licht wird die Form in die Wirklichkeit schmieden. Solltest du dich nicht bereitwillig und heldenhaft opfern, werden wir dir das Licht nehmen, das du so sehr benötigst.“
Der Boden spaltet sich und sinkt, bevor er in den Rachen einer riesigen Höhle hinabstürzt. „Du kannst nicht fliehen. Ein Gärtner pflegt. Du musst für das Grauen büßen, das du gesät hast. Gib dein Licht freiwillig der finalen Form, oder es wird dir entzogen.“
Erkenntnis streift sanft die Wange des Zeugen, || Meine Kinder. Es gibt so viel mehr als das. || zieht ihn vorwärts, um ihn zu umarmen.
Aber er schreckt zurück und zerschneidet die Vanillinluft mit der Kante seiner vielen Hände. „Dieser Ort muss neu aufgebaut werden …“ Er gräbt Hohlheit in Form von Zysten in das Fleisch. „… Fundament zu Fundament.“
Schmerz wie Wind || Ich habe mein Werk geformt, geglättet.|| zerfrisst die Formen, die der Berührung des Zeugen entspringen, und hält ihn für einen Moment auf.
Der Zeuge schnippt mit den Fingern wie mit einer Klinge, immer und immer wieder, und ritzt damit Höhlungen in das Fleisch des Reisenden. Die Arbeit geht langsam voran. Sorgfältig. Schwierig.
Er umschließt das umliegende Feld und drückt gegen dessen Grenzen, während er den beharrlichen Widerstand des Reisenden spürt. „Du warst nicht vorbereitet, als du uns hochgehoben hast. Deshalb bist du verschwunden. Und darum fürchtest du jetzt deine eigene Veränderung. Aber wo du Veränderung säst und sie dann dem Chaos überlässt, berichtigen wir deine Fehler. Das ist der Zweck, den wir uns gegeben haben. Ist er nicht wunderschön?“
In der Narbe des Reisenden || (SCHREIEND) || ist kein Geräusch zu hören.